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ÜBER KUBA

Willkommen auf Kuba

»Königin der Antillen, Deine smaragdfarbenen Gewässer glitzern in der tropischen Sonne. Du wäscht Deine felsigen Füße in zorniger Gischt. Wo Du Deine goldenen Strände ausbreitest, umspülen sanfte Wellen Deine Küsten, leise murmelnd, aber mit südlicher Schwärmerei ...«.

So schwärmte 1871 Samuel Hazard.
Durch die Jahrhunderte konzentrierten sich Phantasie, Wunschdenken und Machtgelüste diverser Potentaten und harmloser Träumer, Hoffnung und Elend freiwilliger und unfreiwilliger Einwanderer auf die größte der Antilleninseln.

Immerhin sind ihre Götter mit ihnen an Land gegangen. In Kuba hinge das Geld selbst in den Trauben, glaubten galizische Auswanderer, die zu Anfang dieses Jahrhunderts zu Hunderttausenden in der Hoffnung auf Arbeit ihre regenreiche Heimat verließen und ihr Glück in Kuba versuchten.
»Alle träumten von Kuba«, und als sie die Augen aufmachten, stellten sie fest, daß Trauben hier kaum bekannt sind.

Mit ein wenig Glück lernt man während einer Reise ein Land mit seinen Höhepunkten und Schattenseiten kennen und lieben, das weder ein Paradies ist noch eine Hölle.
Eine relativ kleine Insel mit einer nicht gerade glücklichen Geschichte und Gegenwart, ein Schauplatz, an dem sich unterschiedlichste Kulturen miteinander vermischt haben, ein Land mit großen Naturschönheiten und vielen aufgeschlossenen Menschen, die neugierig sind, zu erfahren, wie es sich woanders lebt.



Das Land

Kuba, die grösste Insel der Antillen, liegt direkt am Golfstrom zwischen dem nördlichen und südlichen Teil des amerikanischen Doppelkontinents am Eingang des Golfes von Mexiko. Im Norden ist sie 180 km von Florida entfernt, im Süden 140 km von Jamaika, im Westen 210 km von der mexikanischen Halbinsel Yucatan und im Osten 77 km von Haiti.
Diese geografisch zentrale Lage hat die Insel seit jeher begünstigt.
Die Insel ist 1250 km lang und zwischen 31 und 191 km breit. Dazu gehören 4 Inselgruppen: Los Colorados, Sabana-Camaguey, Jardines de la Reina und Los Canarreos.

Ein Viertel des Landes ist gebirgig. Die höchste Bergkette, die Sierra Maestra, erreicht am Pico Turquino knapp 2000m. Die Bergregionen sind von grosser Bedeutung für die Kubanische Wirtschaft, denn in den mittleren Höhenlagen wird zumeist Kaffee oder Tabak angebaut. Die höheren Bergregionen werden für den Abbau von Schwermetallen genutzt. Über 200 Flüsse, von denen keiner länger als 250 km ist, bewässern und begrünen das Land.

Hier in den weiten Tallandschaften können jedoch selbst kleine Flüsse mangels schnellem Ablauf grosse Überschwemmungen während der Regenzeit hervorrufen.
Um dieser Wasserflut Einhalt zu gebieten, und um das kostbare Gut als Trinkwasser nutzen zu können, wurden einige Stauseen von beachtlicher Grösse angelegt. In anderen Regionen macht man sich die Wassermassen auf andere Art und Weise nutzbar, indem Reisbau betrieben wird. Besonders an der etwas steileren Nordküste sind die Flussmündungen stark versumpft und von Mangrovenwäldern bewachsen.

Den Namen "Zuckerinsel" brachte Kuba der Zuckerrohranbau ein, den man fast überall sehen kann. Ein guter Boden und warmes Klima garantieren hier nämlich gute Ernten.

 

Kolumbus

Als Kolumbus am 12. Oktober 1492 auf einer Insel landete, die von ihren Bewohnern Guanahani genannt wurde und die er in San Salvador umtaufte, ahnte er nicht, daß er gerade die Neue Welt entdeckt hatte. Er verbrachte dort zu wenige Tage, um ins Landesinnere vorzudringen oder die Gebräuche der Eingeborenen zu beobachten. Jedoch erfuhr er von der Existenz einer anderen, grösseren Insel. Kolumbus beschloss, sie anzusegeln und betrat sie am 17. Oktober 1492. Er gab ihr den Namen Juana. Später wurde sie Ferdinanda und schliesslich Kuba genannt.


Kolumbus´ Bordbuch am 28.10.1492
Ich habe keinen schöneren Ort je gesehen. Die beiderseitigen Flussufer waren von blühenden, grünumrankten Bäumen eingesäumt, die ganz anders aussahen als die heimatlichen Bäume.

Sie waren von Blumen und Früchten der verschiedensten Art behangen, zwischen denen zahllose, gar kleine Vögelein ihr süsses Gezwitscher vernehmen liessen.
Es gab da eine Unmenge Palmen. Sie waren mittelgross, hatten an den unteren Enden keine Zellfasern und sehr breite Blätter, mit denen die Eingeborenen die Dächer ihrer Behausungen bedeckten.

Ich gestehe, beim Anblick dieser blühenden Gärten und grünen Wäldern und am Gesang der Vögel eine so innige Freude empfunden zu haben, dass ich es nicht fertigbrachte, mich loszureissen und meinen Weg fortzusetzen.
Die Insel ist wohl eine der schönsten, die Menschenauge je gesehen, reich an ausgezeichneten Ankerplätzen und tiefen Flüssen.

Christoph Kolumbus, Bordbuch


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